Pressespiegel
Das Taufbecken kehrt zurück an den Ursprung Das Taufbecken kehrt zurück an den Ursprung
Badische Zeitung vom 20.7.2010
Das Taufbecken kehrt zurück an den Ursprung
Kapelle auf dem "Wöpple".
EMMENDINGEN. Zu Recht ist der
Wöpplinsberg mit seiner Kapelle ein ganz besonderer Ort, wo einem der
Himmel etwas näher erscheint und der Bezug zur Schöpfung direkter
bewusst wird. Hier verweilt man gern einen Augenblick und nimmt die
Gelegenheit der Einkehr wahr. Auch ein wunderbarer Ort auch zur Taufe
unter freien Himmel. Dies offenbarte sich am Sonntag bei der Einweihung
des alten Taufbeckens der ehemaligen Wöpplinsberger Pfarrkirche, welches
nun bei der Wöpplinsberger Kapelle aufgestellt und mit zwei Taufen
erneut seiner Bestimmung übergeben wurde.
In zwei Pilgerzügen zog die Pfarrgemeinde "Stadtkirche Emmendingen" von
Emmendingen und die Pfarrgemeinde Mundingen-Landeck von Mundingen her,
den beschwerlichen Weg zur Wöpplinsberger Kapelle hinauf. Sowohl Pfarrer
Georg Metzger wie Pfarrer Christian Stahmann, die gemeinsam den
Gottesdienst gestalteten, sahen darin eine gewisse Symbolträchtigkeit
zum langen Weg des Taufbeckens an seinen Ursprungsort.
Fast 1000 Jahre lang bis zum Ende des 17. Jahrhunderts stand das aus
heimischen Buntsandstein gehauene Taufbecken in der ehemaligen
Pfarrkirche am Wöpplinsberg, die das heilige Zentrum von Mundingen,
Niederemmendingen und Keppenbach bildete. Mit dem Taufrecht um das Jahr
1000 herum, wurde Mundingen zu einem eigenen Pfarrsprengel und einer
eigenen Gemeinde. Es erlebte mit wie die Grafen von Nimburg zu den
Kreuzzügen aufbrachen und war 1556 ein Mittelpunkt der Reformation.
Damals war es noch durchaus üblich die Kinder ganz in das Taufbecken
abzusenken. 1659 kam der erste Pfarrer aus Pforzheim wieder nach
Mundingen. 1713 brannten französische Truppen das Pfarrhaus nieder. Der
Pfarrer musste dann herunter ziehen ins Dorf, aber die Mundinger wollten
ihn nicht haben. Mit den Steinen der Wöpplinsberger Pfarrkirche wurde
dann die Mauritiuskapelle im Ort ausgebaut und im Advent 1727
eingeweiht. Es wird vermute das der Taufstein von da an in Mundingen
stand.
Ende des 1900 Jahrhunderts sollte alles leichter und mobiler werden und so wurde das alte massive Taufbecken aus der Kirche entfernt und im Pfarrgarten deponiert. Vor gut 40 Jahren hatte man ein Einsehen und setzte die Idee von Organist Alfred Oberle um, das Taufbecken als Blumenschale zu benutzen. Behutsam restauriert und dem Zweck wieder dienlich steht nun das historische Taufbecken wieder fast und an seinem ursprünglichen Ort.