Pressespiegel

Christen, Juden, Moslems

KOMMENTAR: Die Flamme der Verbundenheit

 

 

 

Wie außergewöhnlich der Auftritt eines jüdischen Rabbiners und eines islamischen Imams bei einem christlichen Weihnachtsgottesdienst noch immer ist, demonstriert in diesen Tagen der Blick nach Nigeria. Dort kamen an Weihnachten beim Anschlag einer radikalislamischen Sekte auf eine christliche Kirche an die 30 Menschen ums Leben. Hass, Grausamkeit und blutige Gewalt, ausgerechnet am Fest der Liebe. Umso wertvoller ist das Zeichen von Rabbiner Moshe Navon und Imam Ahmet Akkus zu werten, die beide keine Berührungsängste zeigen und den Worten über die Notwendigkeit der Begegnung zwischen den Religionen auch konkrete Taten folgen lassen. Der interreligiöse Dialog, er funktioniert in Emmendingen, und das ist gut so. Denn mit dem gegenseitigen Verständnis, auch der Unterschiede der Glaubensinhalte, wächst das Vertrauen zwischen den Gemeinden, wächst die Toleranz und die Menschlichkeit. Die Christen in der evangelischen Stadtkirche haben den ungewöhnlichen Besuch mit großen Beifall aufgenommen. Viele, gerade ältere Gottesdienst-Teilnehmer, waren gerührt über die Worte des Rabbiners, der mit großer Unbefangenheit von den Gemeinsamkeiten der Religionen sprach, statt nur an die leidvolle Geschichte zu erinnern. Das Friedenslicht von Bethlehem, es hatte in Emmendingen diesmal eine ganz besondere Funktion: als sichtbare Flamme der Verbundenheit.


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