Pressespiegel

Osterfeuer 2010

Badische Zeitung vom 5.4.2010

Christi Licht als Herausforderung

Eisiger Wind machte die traditionelle gegenseitige Kerzenentzündung als Auftakt der kirchlichen Osternachtfeiern auf dem Schlossplatz zur Herausforderung.

  1. Ganz, ganz vorsichtig sein beim Austausch... Foto: Sylvia-Karina Jahn

  2. Ökumenischer Beginn der Osternacht auf dem Schlossplatz: Eine Herausforderung, da Kerzen zu entzünden! Foto: Sylvia-Karina Jahn

  3. Ökumenischer Beginn der Osternacht auf dem Schlossplatz; das Feuer wärmte, sorgte aber auch für Qualm. Foto: Sylvia-Karina Jahn

  4. Der ökumenische Beginn der Osternacht auf dem Schlossplatz mit Christian Heß und Georg Metzger. Foto: Sylvia-Karina Jahn

  5. Auch das hat Tradition: Einer spendet dem anderen das Licht. Foto: Sylvia-Karina Jahn

  6. Hier brennen noch beide Kerzen... Foto: Sylvia-Karina Jahn

  7. Aber es war diesmal wirklich mühsam! Foto: Sylvia-Karina Jahn

  8. Na also, es klappt doch! Foto: Sylvia-Karina Jahn

  9. Ganz, ganz vorsichtig sein beim Austausch... Foto: Sylvia-Karina Jahn

  10. Ökumenischer Beginn der Osternacht auf dem Schlossplatz: Eine Herausforderung, da Kerzen zu entzünden! Foto: Sylvia-Karina Jahn

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EMMENDINGEN. Eisiger Wind machte den gemeinsamen ökumenischen Auftakt der Osternacht und das Entzünden der Osterkerzen am Osterfeuer zu einer echten Herausforderung: Immer wieder löschte er die Kerzen, die doch das Licht in die jeweiligen Stadtkirchen tragen sollten.

"Wie Sie sehen, ist es nicht so leicht, das Licht Christi zu entzünden und zu erhalten. Um so wichtiger ist es, dass wir es immer wieder tun!" griff Pfarrer Christian Heß für die katholische Seite die Wetterkapriolen auf. Heß ist Rektor am Erzbischöflichen Priesterseminar in Freiburg und half über die Feiertage in St. Bonifatius aus, damit die Ostergottesdienste wie bisher in jeder Kirche der Seelsorgeeinheit stattfinden konnten.

Pfarrer Georg Metzger konnte sich nicht erinnern, dass es bei diesem traditionellen Treffen auf dem Schlossplatz je so stürmisch gewesen war. Nicht nur das Entzünden der Kerzen wurde so zur echten Herausforderung, für den Erhalt der zarten Flamme galt das erst recht.Wobei die Katholiken zwar den eindeutig längeren Weg, aber mehr Glück mit ihrer Kerze hatten – sie schaffte es unangefochten bis nach St. Bonifatius, während der vergleichsweise kurze Weg zur evangelischen Stadtkirche sich als so zugig erwies, dass die Kerze schließlich Asyl unter dem Mantel einer Kirchenältesten erhielt.

"Die Osternacht ist die Nacht der Auferstehung, eine besondere Nacht. Wir begehen sie in Gemeinschaft, weil sie über die Grenzen hinweg verbindet – lasst uns Begegnung haben", sagte Metzger am Osterfeuer. Das hatten diesmal die katholischen Pfadfinder vom Stamm Markgraf Bernhard von Baden entzündet und bewacht – für das Osterfeuer sind abwechselnd die Pfadfinder beider Konfessionen zuständig. Das ökumenische Osterfeuer findet in Emmendingen seit 1984 und somit zum 27. Mal auf dem Schlossplatz statt; es geht auf eine Idee vom damaligen evangelischen Pfarrer Günther Richter zurück.

Die Osternachtsfeiern, ursprünglich ein heidnischer Frühlingsbrauch, waren recht früh in die katholische Kirchentradition übernommen worden. Die Übernahme solcher Feste machte es den Menschen leichter, sich für das Christentum zu entscheiden; Osternachtsfeiern sind seit dem elften Jahrhundert im deutschsprachigen Raum überliefert. In der evangelischen Kirche ist dieser Brauch weit jünger, hier wurde er in den 70er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts eingeführt. Die ökumenische Variante wie in Emmendingen ist allerdings eher selten.  


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