Pressespiegel
Truhenorgel fertig Truhenorgel fertig
Badische Zeitung vom 30.4.2010
Truhenorgel fertig
Aller guten (Orgel-)Dinge sind drei
Die neue Truhenorgel der evangelischen Stadtkirche ist nun abgenommen und fertig. Ihr größter Vorteil: Trotz ihrer drei Register ist sie relativ leicht zu transportieren und zu stimmen und das ist wichtig, weil sie auch andere Gemeinden im Kirchenbezirk nutzen können.
EMMENDINGEN. Eingeweiht worden war sie eigentlich schon im Oktober, doch damals war nur eines der mittlerweile drei Register der neuen Truhenorgel der evangelischen Kantorei fertig. Jetzt sind es drei, jedes mit 54 Pfeifen ausgestattet, wobei das dritte eine Nachbestellung war, wie Bezirkskantor Jörn Bartels und Orgelbauer Bernhard Buob erklären.
Für Buob ist diese Orgel zugleich sein Meisterstück; er hat sie nicht nur selbst entworfen, sondern auch alles in Handarbeit selbst gefertigt. So konnte er auch Rücksicht nehmen auf Bartels’ Wunsch, dass alle Pfeifen zum Stimmen gut zugänglich sein sollten. Das ist wichtig, weil die Orgel allen Kirchengemeinden im Kirchenbezirk zur Verfügung gestellt und also auch oft transportiert werden wird; mehr als 100 Kilo wiege sie nicht, schätzen Bartels und Buob, und sie passt leicht in einen Kombi. Doch erwies es sich als Herausforderung, dem Wunsch in dem kleinen Gehäuse zu entsprechen. Die größte Pfeife, das tiefe C, müsste eigentlich acht Fuß messen; versieht man die mit einem Deckel, reicht die Hälfte. Außerdem wurden die längsten Pfeifen gelegt und zum Teil um die Ecke geführt. Das spart Platz und sorgt für einen etwas dunkleren Klang.
Ein Jahr lang hat Buob an der handwerklichen Seite
gearbeitet, davor lag eine längere Planungsphase. Der
Orgelsachverständige der Landeskirche hat das Werk inzwischen abgenommen
und für gut befunden: Es sei ein gut durchdachtes, im Klang
überzeugendes, gelungenes Instrument, zitiert ihn Bartels und ergänzt,
dass sich das Instrument sehr gut für Kammermusik eigne sowie als
Begleitinstrument für die Oratorien mit seinem warmen und runden Klang.
Gekostet hat die Orgel nun rund 27 000 Euro. Davon übernahm die
Landeskirche 15 Prozent, die restlichen 85 Prozent tragen je zu einem
Drittel der Kirchenbezirk, die Stadtkirchengemeinde und der Förderkreis,
erklärt Bartels. Da es mit der Finanzierung gut gelaufen sei, habe man
noch das Prinzipal II, das dritte Register, dazu bestellt. Dieses
besteht aus Metall und brachte den jungen Orgelbauer gehörig ins
Schwitzen. Sein Meisterstück wird nochmals auf große Reise gehen, denn
er wird es der Meisterkommission in Hamburg, wo er seinerzeit auch
gelernt hat, vorführen. Doch jetzt können sich erst einmal die
Emmendinger daran freuen: Die Orgel wird am 8. Mai im Gottesdienst und
bei der Orgelsolomesse von Mozart am 16. Mai zu hören sein.
Autor: Sylvia-Karina Jahn